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Aktuelles Magazin

Unser aktuelles Magazin "Frauen machen Informatik" ist im September 2020 erschienen. Die Ausgabe Nr. 44 hat den Schwerpunkt  "Medizininformatik". 

Editorial

Liebe Mitglieder der Fachgruppe Frauen und Informatik, liebe Leserinnen und Leser!

Dass dieses Magazin in gewohnter Form zum üblichen Zeitpunkt erscheint, war nicht immer klar. Denn auch unsere Aktivitäten sind durch die Corona bedingten Einschränkungen beeinflusst worden. Dachten wir zu Beginn des Lockdowns noch, dass unsere Jahrestagung Ende April wie geplant stattfinden könnte, kristallisierte sich bald heraus, dass dies ein frommer Wunsch war. Nach vielen Überlegungen und Diskussionen entschieden wir uns gegen eine generelle Absage. Allerdings haben wir unsere Tagung auf den fachlichen Teil reduziert, wobei wir mit der Thematik ,,Medizininformatik" am Puls der Zeit waren!

Christine Hennig beschreibt in ihrem Beitrag die Entscheidungsprozesse, Vorbereitung und Ablauf unserer virtuellen Tagung.

An dieser Stelle möchte ich nochmals allen Vortragenden, die sich dem virtuellen Format gestellt haben und die schriftlichen Ausarbeitungen in diesem Heft zur Verfügung stellen, ein herzliches Dankeschön aussprechen!

Spätestens als Megha Khosla in ihrem Vortrag über ,,Machine Learning for Precision Medicine" Informationen zum Norovirus zeigte, stellten sich Assoziationen zur aktuellen Situation ein. Der Vortrag zeigte auf beeindruckende Weise die Herausforderungen und Möglichkeiten des Machine Learning in der Präzisionsmedizin.

Svetlana Gerbel, Chief Scientific Information Officer an der Medizinischen Hochschule Hannover erläuterte in Ihrem Vortrag ,,Implementierung eines nachhaltigen IT-Ökosystems für die Nutzung von klinischen Daten zur Unterstützung patientenorientierter Forschung" wie wichtig die Wiederverwendung von Gesundheitsdaten für Forschungszwecke auf Klinik-, nationaler und internationaler Ebene geworden ist. Um solch eine nachhaltige Nutzung zu ermöglichen und die heterogenen Softwaresysteme der Kliniken zusammen zu bringen, haben sich sogenannte klinische Data-Warehouse-Systeme (KDW) als Ansatz etabliert.

Die vier Kurzvorträge spannten die Breite des Feldes Medizininformatik weiter auf. Lena Wiese befasste sich mit derSterblichkeitsvorhersage für Intensivstation Patient*innen, während Bettina Finzel aufzeigte, wie über interaktives maschinelles Lernen im Sinne von wechselseitigen Erklärungen zwischen System und medizinischen Fachpersonen bessere Ergebnisse erzielt werden können. Einen ganz anderen Einblick gab Birgit Saalfeld mit ihrer Beschreibung der Chancen und Risiken eines Smart Healthy Homes. Die Erläuterungen von Sabine Kruspig machten deutlich, welche Vorteile die Zugriffsmöglichkeit auf kostenlose Patentdatenbanken, gerade auch in der Medizintechnik, hat.

Der zweite Themenblock dieses Heftes präsentiert verschiedene Beiträge zum Themenbereich Frauen in der Informatik. Wir freuen uns über die Aktivitäten der Gesellschaft für Informatik wie auch des Council of European Professional Informatics Societies (CEPIS) und hoffen auf Breitenwirkung. Lesen Sie selbst! Die von Lena Loge und Melanie Nowak beschriebenen Projekte adressieren den geringen Frauenanteil im MINT-Bereich. Dabei setzt das Hessen-Technikum bei der Berufswahlentscheidung an und versucht die sogenannten ,,Technikantinnen" über ein Schnupperstudium und Unternehmenspraktika für den MINT-Bereich zu begeistern. Im Verbundprojekt Open:MINT entwickeln die Hochschule Bremerhaven und die Hochschule Wismar gemeinsam verzahnte Maßnahme für eine Erhöhung des Frauenanteils in MINT-Berufen in strukturschwachen Regionen.

Der Beitrag von Ina Krauß zu women edit lenkt den Blick auf ein ganz anderes Feld, in dem Frauen unterrepräsentiert sind. In dem weltweit verbreiteten open source Projekt wikipedia sind nur etwa 20 Prozent der aktiv Schreibenden weiblich. Das hat nicht nur Einfluss auf die Projekt-Kultur sondern auch auf die in der Enzyklopädie vertretenen Inhalte.

Last but not least möchte ich an dieser Stelle auf die Ausschreibung für den Preis unserer Fachgruppe hinweisen. Wir haben im letzten Magazin in  mehreren Beiträgen über den erfolgreichen Verlauf der ersten Preisverleihung berichtet und freuen uns jetzt schon auf die neue Runde 2021.

Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre ­ und bleiben Sie gesund!


Ihre Ursula Köhler

 

Hinweis

Die aktuelle Ausgabe ist in der Digitalen Bibliothek der GI zu finden. Mitglieder der Fachgruppe können sich mit den Zugangsdaten vom Mitgliederbereich an der Digitalen Bibliothek anmelden und haben Volltextzugriff auf alle Artikel und der Gesamtausgabe.

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